Bali – Surfen, Strand und Roller fahren

12. März 2016 • Bali • Views: 4478

08.01.2016

Es ist schon dunkel, als unser Flugzeug auf Bali landet. Die Tür zum Gepäckraum öffnet sich und ein absolut überbesetztes Flughafenpersonal fängt an zu entladen – wobei nur die Hälfte tatsächlich etwas tut.  Bereits im Finger zwischen Flieger und Flughafengebäude schlägt uns die feuchtheiße Tropenluft, die wir seit über zehn Monaten nicht mehr gespürt haben, entgegen und versetzt uns in Hochstimmung. Endlich wieder Asien! Nicht mehr jeden Pfennig umdrehen müssen, großartiges Essen an jeder Straßenecke, Massagen, Strand, Meer, … Wir freuen uns auf diesen neuen Abschnitt unserer Weltreise.

Nachdem wir mit einem der in der Flughafenhalle wartenden Fahrer einen viel zu hohen Preis ausgehandelt haben (160.000 Rupiah, mit einem der blauen Taxis sollten es nicht mehr als 100.000.- sein), beginnt eine lange Fahrt auf der Suche nach unserem Homestay in Sanur.
Der Fahrer hat keine Ahnung, wo es ist und fragt sich langsam durch die gesamte Nachbarschaft, während Malte und ich auf dem Rücksitz vor uns hindämmern. Dass wir uns wegen so etwas aufregen (vor allem ich), ist schon lang nicht mehr vorgekommen. Gegen 11 Uhr nachts finden wir es dann schließlich, checken beim schlaftrunkenen Pförtner ein und gehen bei einem noch offenen Straßenstand unser erstes Nasi Goreng essen. Alles gut gegangen, wir sind da.

09.01.2016

Unsere erste Amtshandlung nach einem köstlichen Frühstück vom muslimisch-javanesischen Buffet? Wir leihen uns Fahrräder und fahren ohne Navi einfach los, mit dem Ziel, den Strand zu finden. Auf unseren Handys haben wir weder Internet noch eine Offline-Karte von Bali gespeichert. Selbstverständlich fahren wir erstmal in die völlig falsche Richtung und müssen irgendwann nach dem Weg fragen.
Wir erfreuen uns heute an allem, was passiert. Am Strand angekommen, fahren wir Sanurs berühmten Beachwalk im Schneckentempo ab und machen Pause für einen Fruitshake (endlich Asien!), ein nicht wirklich abkühlendes Bad im warmen Meer (endlich Asien!) und unsere ersten Saté-Spieße (endlich Bali!). Die Strandhändler versuchen uns, Zeug zu verkaufen, das wir nicht wollen. Unsere erste balinesische Massage bleibt nicht nur die günstigste unseres gesamten Aufenthalts (60.000.-), sondern auch eine der besten.

Nach einer weiteren Irrfahrt durch Sanurs Straßen geben wir irgendwann auf und kaufen bei einem sehr freundlichen Mann zwei SIM-Karten und schmeißen Google Maps an. Abends essen wir auf einem kleinen Night Market und beschließen diesen wunderschönen Tag im Warung Little Bird mit Cocktails, Bier und dem heimischen Kokosnusschnaps, Arak.

10.01.2016

Bali wird ganz im Zeichen freudiger Wiedersehen mit Freunden von zu Hause und unterwegs stehen, sogar noch mehr als es Australien tat. Das erste ist nur noch eine krasse Motorrollerfahrt durch das Straßenchaos von Denpasar entfernt. Fee, Maltes frühere Mitbewohnerin, ist mit zwei Freunden in Seminyak auf der anderen Seite der Stadt abgestiegen. Wir staunen nicht schlecht, als wir bei der riesigen Hotelanlage ankommen. Und dann läuft uns Fee auch schon freudestrahlend entgegen und will Malte gar nicht mehr loslassen, so sehr freut sie sich.

Die nächsten Stunden verbringen wir am Pool. Nachmittags fahren wir gemeinsam nach Kuta, die berüchtigte Tourihölle, wo wir zu Mittag essen und Malte und ich die beeindruckenden Wellen austesten. Wir möchten auf Bali einen Surfkurs machen und der Strand, der sich von Kuta über Legian bis nach Seminyak zieht soll ideal dafür sein – wenn es Wellen gibt.

Eigentlich sind wir im Januar bereits in der Off-Season, wovon hier aber nichts zu sehen sind. Die Brecher sind locker zwei, drei Meter hoch und machen einen überhaupt nicht anfängerfreundlichen Eindruck auf uns. Allerdings sehen wir auch viele Anfänger-Surfer im Wasser, also kann es so schlimm nicht sein.

Nach einem entspannten Bier zum Sonnenuntergang stürzen wir uns in das Gassengewirr, in denen der übliche Touri-Ramsch zu überteuerten Preisen angeboten wird. Zum Abschluss wird dann in einem kleinen sumatranischen Lokal noch mal so richtig gespachtelt. Der Besitzer tischt uns sage und schreibe 15 kleine Teller mit verschiedenen Gerichten auf, die wir fast alle leeressen, so sehr schmeckt es uns.

Und dann heißt es schon wieder Abschied nehmen, da die drei morgen wieder heimfliegen.

11.01.2016

Den Vormittag widmen wir der Suche nach einer Unterkunft in Legian, gelegen zwischen Kuta und Seminyak und nicht ganz so busy wie die beiden anderen Orte. Nachdem wir ein traumhaft ruhig gelegenes Homestay mit einem wunderschönen Garten gefunden haben (das Sri Beach Inn), schwingen wir uns auf unseren Motorroller (ich bin heute mal Sozius) und fahren für den Nachmittag auf die wunderschöne Bukit Pensinula, wo wir verschiedenen weltberühmten Surfstränden einen Besuch abstatten.

Padang Padang ist traumhaft in einer kleinen Bucht gelegen und ziemlich voll. Als wir die Welle, die weiter draußen über einem Riff bricht, sehen, verstehen wir, warum Surfen eine Extremsportart ist und dass wir ganz schon viel üben werden müssen, um so eine Welle reiten zu können.

Diese Meinung verfestigt sich in Ulu Watu noch mehr, wo wir erst vom Strand selbst und später aus einem Café, das auf den wunderschönen Kalksteinfelsen gelegen ist und einen perfekten Ausblick auf die hiesigen Wellen bietet, die Surfer beobachten.

12.01. – 13.01.2016

Die nächsten zwei Tage verbringen wir am Strand mit Bodyboarden, Lesen und Chillen. Das haben wir fast noch nie gemacht auf unserer ganzen Weltreise, das letzte Mal in Thailand vor über einem Jahr. Zum Glück hat Malte momentan ein Buch, das ihn gebannt auf die Strandliege fesselt. Zur Abkühlung gehen wir Bodyboarden und versuchen, ein Gefühl für die Wellen hier zu bekommen. Diese haben hier eine völlig andere Qualität als in Australien, so riesig und schnell sind sie. Und, endlich, nach so langer Zeit, hole ich mir endlich einen richtig üblen Sonnenbrand, den ich über eine Woche lang nicht loswerde.

14.01.2016

Heute leihen wir uns mal wieder zwei Roller und begeben uns auf einen Tagestrip in Richtung Nordwesten. Wir besuchen den sehr hübschen schwarzen Sandstrand von Lebih und erforschen die jüngere balinesische Geschichte in Klungkung. Hier wurde die entscheidende Schlacht gegen die Holländer geschlagen, die die Kolonialisierung Balis endgültig besiegelte. In den Überresten des Königspalastes entdecken wir wunderschöne Wayana-Malereien an den Decken, die es in diesem Zustand nur noch hier gibt.

Danach geht es weiter auf die wunderschöne Sidemen Road, die sich durch atemberaubende Reisfeldlandschaften und beeindruckende Berglandschaften schlängelt. Wir kommen auch an einem Ashram vorbei, das an einem seiner Türme ein riesiges Swastika angebracht hat. Wir dürfen uns auf Nachfrage ein wenig umsehen. Wirklich sehr hübsch hier, vor allem die hochpreisigen, vollklimatisierten Bungalows, die man sich für seinen Detox-Retreat für ein Schweinegeld mieten kann.

Der Heimweg zieht sich aufgrund des Rush-Hour-Verkehrschaos um Denpasar ziemlich in die Länge, weshalb wir erst zehn Minuten nach Robert, unserem nächsten Wiedersehen aus Augsburg, in Legian ankommen. Er sitzt neben seinem Rucksack, als wir ihn finden. Wir haben leider versäumt, ihm den Namen unseres Homestays zu nennen, so dass er komplett von uns abhängig ist. Dafür freuen wir uns umso mehr, ihn zu sehen und springen nach seinem Check-In sofort mit ihm ins Meer. Den Abend beenden wir mit einem (oder auch mehr) Sonnenuntergangsbier am Strand.

15.01.2016 – 19.01.2016

Die nächsten Tage stehen ganz im Zeichen des Surfens. Nachdem wir neben etwas Shopping außerdem einen Surflehrer ausfindig gemacht haben, geht es am nächsten Tag in der brütenden Mittagssonne auch schon los. Ray haben Malte und ich ein paar Tage zuvor in einem kleinen Restaurant, das von seiner Tante geführt wird, kennen gelernt und waren uns auf Anhieb sympathisch.

Es gibt in Kuta, Legian und Seminyak Hunderte junger Männer, die einem für wenig Geld das Surfen beibringen wollen. Falls sich jemand die langwierigen Verhandlungen sparen möchte und einen sehr freundlichen, kompetenten und vor allem fließend Englisch sprechenden Surflehrer unterstützen möchte – Ray ist die perfekte Wahl. Ihr könnt ihn HIER auf Facebook kontaktieren.

Wir sind alle drei begeistert, dass wir bereits am ersten Tag unsere ersten Wellen stehen und bis zum Strand reiten können. Ray hat eine Engelsgeduld mit uns, vor allem mit mir. Im Gegensatz zu den beiden Naturtalenten Malte und Robert brauche ich ein wenig länger und lasse einen Teil meines Frusts an Ray aus. Wir haben uns an diesem Tag von einem Fotografen begleiten lassen, der uns alle drei besser aussehen lässt, als wir uns fühlen.

Nach zwei Tagen vereinbaren wir mit Ray, dass wir einen Tag Pause brauchen. Wir nutzen ihn für einen Tagestrip nach Tanah Lot, einem direkt am (und bei Flut im) Meer gelegenen Tempel und der Erkundung der Dörfer und Strände in der Umgebung.

In Tanah Lot probieren wir außerdem den berühmten Luwak Coffee, der auf ziemlich widerliche Art und Weise gewonnen wird. Und zwar fressen die Luwak-Katzen die Kaffeebohnen und scheiden sie unverdaut wieder aus. Dann holt der Besitzer sie aus ihrem Kot, wäscht sie hoffentlich und verarbeitet sie weiter. Das Ergebnis ist ein sehr milder und fruchtig schmeckender Kaffee.

In unserem Coffee Shop hängt neben zwei Luwak-Katzen außerdem noch ein Flughund ab, der sich unter lautem Gebrüll mehrmals selbst einen bläst. Großes Kino, sehr zum Neid aller anwesenden Männer.

Nach einem weiteren Surftag geht der erste Abschnitt unserer Zeit auf Bali zuende. Abends packen wir einen kleineren Rucksack mit allem, was wir für die nächsten Tage auf unserem Roadtrip ins Inland von Bali brauchen. Nach fast zwei Wochen Strandurlaub freuen wir uns auf den Tapetenwechsel.

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