Chiang Mai – Die Perle des Nordens

16. Juli 2015 • Thailand • Views: 4960

19.01.2015

Die Turboprop-Maschine landet nach nur drei Stunden Flug sicher in Chiang Mai. Nachdem wir aus der Luft noch die ausgeprägte Landwirtschaft der Region gesehen haben, begrüßt uns außerhalb des Flughafens der dichte Verkehr. Mit dem Taxi geht es in die Innenstadt zu unserem Hostel. Dort begrüßt uns unser Gastgeber Opal, der hier mit seiner kleinen Tochter wohnt und uns freundlich aufnimmt.

Nachdem die Rucksäcke verstaut sind, leihen wir uns gegenüber ein paar Fahrräder und düsen damit durch die kleinen Gassen der Stadt, besuchen einen Night-Market und genießen es, in der Masse der Touristen unter zu gehen.

20.01.2015

 

Kein Wecker holt uns aus dem Schlaf und auch die Sonne schafft das in dem fensterlosen Zimmer nicht. Glücklicherweise ist es noch nicht zu spät für unsere Frühstückssuppe und wir können gut gestärkt zum Stadtmuseum radeln. Das Museum bereitet die Geschichte der Region ganz nett auf, es ist aber nicht zu vergleichen mit dem Bangkoker Siam Museum. In China Town bewundern wir das geschäftige Treiben in den Hallen. Außer einem guten Mittagessen finden wir hier aber nichts was uns zusagt. Ja… in Chinatown ist das Meiste Made in China. Abends finde ich die perfekten Schlappen. Hergestellt in der Region aus Leder und einem alten Motorradreifen als Sohle. Bisher gabs noch keinen Platten.

21.01.2015

 

Mr. Mechanic ist der Laden, bei dem wir uns zwei Honda Dreams ausleihen. Die Maschinen haben ihren besten Tage schon hinter sich, aber Bremsen und Reifen sind gut und so machen wir uns auf zu unseren kleinen Tagestour. Die beste Ressource, wenn es um Motorradtouren in Südostasien geht: https://www.gt-rider.com/ Hier findet man viele Tourvorschläge, Kauf- und Miettipps und ein lebendiges Forum.

Auch wenn die Stadt selber nur 130.000 Einwohner hat, fahren wir lange an einer vielbefahrenen Straße durch aneinandergereihte Vororte, bis wir nach 20km endlich rechts abbiegen und Verkehr und Besiedlung schlagartig abnehmen. Irgendwo nehmen wir dann aber eine falsche Abzweigung und landen schließlich auf der Obstplantage eines deutschen Auswanderers. Außerdem fahren wir am riesigen Grabmahl eines kürzlich verstorbenen Mönches vorbei. Uns wird erzählt, dass die riesige bunte Holzkonstruktion angezündet werden soll. So lange bleiben wir allerdings nicht und sind dann bald wieder auf unserer eigentlichen Route, die durch ein idyllisches Tal am Fluss entlang führt. Man kann sich gar keine besseren Straßenzustände wünschen und wir kicken unsere 125er immer wieder zum anbremsen runter in den zweiten und hängen nach dem Scheitelpunkt der Kurve hart am Gas, schalten in den dritten und, wenn es nicht gerade bergauf geht auch in den vierten, bis der Luftwiderstand bald wieder der Leistung des Motors überlegen ist. Eine wahre Freude!

Zwischenzeitlich halten wir mal wieder bei Wasserfällen und holen uns dort eine Abkühlung für die Füße. Wir fahren weiter durch kleine Bergdörfer und müssen eine ruppige Dirt Road nehmen, die uns zum zurückzuführenden Highway bringt.

Wieder in Chiang Mai ist es auch schon Zeit, unsere liebe Freyja vom Zug abzuholen. Die Freude ist groß und wir packen die Gute und ihren Rucksack auf unsere Hondas und düsen zum Nachtmarkt an der Stadtmauer, wo allabendlich viele Straßenküchen aufgebaut sind. Dort schlemmen wir und haben uns viel zu erzählen und genießen unseren ersten gemeinsamen Abend.

 

22.01.2015

Zum Frühstück führen wir Freyja in unser allmorgentliches Suppenritual ein und ihr scheint es zu gefallen. Gut gestärkt fahren wir mit dem Fahrrad zu einer der vielen Tempelanlagen und lesen uns gegenseitig die Weisheiten im Meditiergarten vor. Im Historical Museum lernen wir noch mehr über die Geschichte der Stadt, Art gibt es aber nicht wirklich zu bestaunen. Fun Fact: Das erste Kino der Stadt wurde zur Opiumhöle umfunktioniert, bis es dann ganz geschlossen wurde. Heutzutage findet hier kein Drogentourismus mehr statt. Die verschärfte Gesetzeslage in Thailand hat dieses Publikum nach Kambodscha und Myanmar abwandern lassen.

Dann sehen wir uns den zentralen Tempel der Stadt Wat Chedi Luang an und betreiben hier ein wenig Fotobombing.  Mittags essen wir zum ersten Mal Muschelomelette und ich für meinen Teil brauche das nicht nochmal. Ein Highlight des Tages ist die Fußmassage, die wir uns gönnen. Es fällt mir anfangs nicht leicht, mich zu entspannen, da ich kitzlig bin an den Füßen. Doch die Fußmassage wirkt Wunder und wir schweben wie auf Wolken davon.

23.01.2015

Heute haben die Damen einen Spatag geplant. Für mich sieht Entspannung anders aus und ich leihe mir bei Pops Rental eine Yamaha Spark. Sie läuft gut und ich verlasse die Stadt in Richtung Berge. Ich heize mit viel Gas und Bremseinsatz über die Gebirgsstraßen, bis beim Beschleunigen aus einer Kurve hinaus plötzlich nichts mehr geht. Ich stehe kurz ratlos neben meiner Maschine, als aus dem Gebüsch drei Bergbauern kommen und anfangen, sich an dem Motorrad zu schaffen zu machen. Der Kettenschutz ist flugs abmontiert, die Kette findet wieder ihren richtigen Platz und die drei sind so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Mehr als ein Kop Kun Kap und eine Verbeugung wollten sie nicht von mir annehmen. Die drei haben sicher eine Menge Karmapunkte mit dieser Aktion bekommen und ich freue mich über diesen Ausdruck der Nächstenliebe. Den Rest des Tages nehme ich mir nicht mehr Vallentino Rossi zum Vorbild sondern bin ganz Easy Rider. Beim Mittagessen bietet mir ein trinkfreudiger Einheimischer eine Tour zu Bergbewohnern an und versucht mich, mit Whiskey gefügig zu machen.  Ich bezahle im Gegenzug sein Mittagessen, fahre aber nicht mit ihm mit.

lädt zum Baden ein

lädt zum Baden ein

Abends bin ich zurück in der Stadt und treffe die tiefenentspannten Mädels, die sich gerade einen Smoothie genehmigen. Wir essen auf einem Flohmarkt. Für mich gibt es Pork Leg und für Julia und Freyja Papayasalat. Hier ist es nicht ungewöhnlich, dass am einen Stand zig Schweinefüße im eigenen Saft schmoren und am benachbarten Stand Halal Food angeboten wird.

 

24.01.2015

Zum Frühstück gibt es Pat Thai. Heute hatten wir eigentlich vor, unser Geld bei einem berühmten Secon Hand-Market auszugeben. Leider suchen wir ihn vergeblich – diese Woche findet er anscheinend nicht statt. Beim Eiskaffee am Catfishtümpel ratschen wir und machen uns danach auf nach Chinatown, wo Freyja sich Stoff kauft. Später lässt sie daraus einen leichten Schlafsack nähen und hat somit für schmales Geld ein wirklich schönes Einzelstück erstanden.

Nachmittags gehen wir mit Opal, unserem Gastgeber, zum Baden und verabreden uns mit ihm am Abend zum Lobster essen. Es war ein wirklich saftiger Lobster und wir verbringen einen lustigen Abend zusammen.

 

25.01.2015

Frühmorgens werden wir für unseren Kochkurs abgeholt. Sechs verschiedene Gerichte in sechs Stunden bringen unsere Mägen fast zum Bersten. Unser aller Favorit ist das Masaman Curry. Sehr deftig mit Kartoffeln und einer süßen Note. Omnomnom.

Später statten wir Mr Mechanic noch einen Besuch ab, um uns hier jeder ein Motorrad auszuleihen. Die Route für die nächste Woche steht fest und wir gehen früh schlafen.

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